Betreuer für ältere Menschen

Trinkmenge im Alter: wie viel ältere Menschen wirklich brauchen

Elektrolyte für ältere Menschen

Inhaltsverzeichnis

    Kurz gesagt. Ältere Menschen trinken oft zu wenig, weil das Durstgefühl im Alter nachlässt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Menschen ab 65 Jahren einen Richtwert von rund 1.310 ml pro Tag über Getränke, zusammen mit dem Wasser aus fester Nahrung ergibt das etwa 2.250 ml Gesamtwasser. Diese Werte gelten nicht für jeden. Bei Herzschwäche oder eingeschränkter Nierenfunktion schreiben Ärztinnen und Ärzte häufig eine begrenzte Trinkmenge vor. Fragen Sie nach, bevor Sie die Trinkmenge erhöhen.

    Stand: August 2026. Dieser Beitrag ist eine Orientierung für Angehörige und Betreuungskräfte. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und keine individuelle Ernährungsempfehlung. Gute Pflege Zu Hause ist eine Vermittlungsagentur und kein Pflegedienst.

    Zu wenig zu trinken ist eines der häufigsten und am leichtesten übersehenen Probleme im Alter. Das Durstgefühl lässt nach, der Wasseranteil im Körper sinkt, und viele ältere Menschen trinken bewusst weniger, um nachts nicht aufstehen zu müssen. Für eine Betreuungskraft im Haushalt ist das einer der wichtigsten Beobachtungspunkte überhaupt.

    Wie viel sollte ein älterer Mensch trinken?

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht Richtwerte für die Wasserzufuhr. Für die Altersgruppe 65 Jahre und älter gelten:

    Quelle Richtwert pro Tag
    Getränke ca. 1.310 ml
    Wasser aus fester Nahrung ca. 680 ml
    Oxidationswasser (im Körper gebildet) ca. 260 ml
    Gesamtwasserzufuhr ca. 2.250 ml

    Die verbreitete Faustregel „zwei Liter trinken, das sind acht Gläser“ ist damit für diese Altersgruppe zu hoch angesetzt. Sie stammt aus einer Vermischung von Gesamtwasserzufuhr und Trinkmenge. Gemeint sind rund 1,3 Liter über Getränke.

    Mehr Flüssigkeit ist nötig bei Fieber, Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen und bei sehr warmem Wetter. Das ist ausdrücklich auch in den DGE-Richtwerten so vermerkt.

    Wann weniger getrunken werden muss

    Dieser Punkt wird in Ratgebern fast immer weggelassen, und er ist der wichtigste:

    • Bei Herzinsuffizienz und bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die tägliche Trinkmenge ärztlich begrenzt, teils deutlich unter die oben genannten Werte.
    • Auch bestimmte Medikamente verändern den Flüssigkeitshaushalt.

    Erhöhen Sie die Trinkmenge einer betreuten Person nie eigenmächtig, wenn eine dieser Diagnosen vorliegt. Sprechen Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

    Woran Angehörige zu wenig Flüssigkeit erkennen

    • Verwirrtheit, Unruhe oder plötzliche Müdigkeit, die vorher nicht da waren
    • trockene Mundschleimhaut, rissige Lippen
    • dunkler, stark riechender Urin oder deutlich seltener Toilettengänge
    • Schwindel beim Aufstehen
    • Kraftlosigkeit, Stürze ohne erkennbaren Anlass

    Neu aufgetretene Verwirrtheit ist bei älteren Menschen ein ernstzunehmendes Zeichen und hat viele mögliche Ursachen, darunter auch Infekte. Sie gehört ärztlich abgeklärt und nicht mit einem Glas Wasser abgetan.

    Was im Alltag hilft

    • Getränk immer in Sichtweite und in Reichweite stellen, nicht in die Küche
    • feste Zeitpunkte statt „zwischendurch“: zu jeder Mahlzeit und zu jeder Tablettengabe ein Glas
    • Vorlieben nutzen: Tee, Saftschorle, Suppe zählen mit
    • wasserreiche Lebensmittel wie Gurke, Melone, Joghurt einplanen
    • bei Bedarf ein Trinkprotokoll führen, damit die Menge nicht geschätzt werden muss

    Elektrolytpulver und Sportgetränke sind kein Standard. Sie enthalten Natrium, Kalium und Zucker in Mengen, die bei Herz-, Nieren- oder Diabeteserkrankungen nicht gleichgültig sind. Bei Durchfall oder Erbrechen kann eine orale Rehydratationslösung sinnvoll sein, das entscheidet aber die Ärztin oder der Arzt, nicht der Haushalt.

    Wann Sie ärztliche Hilfe holen

    • neu aufgetretene Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
    • anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, besonders über mehr als 24 Stunden
    • sehr wenig oder kein Urin über viele Stunden
    • Kreislaufschwäche, Kollaps, Sturz

    Bei Bewusstlosigkeit oder deutlicher Bewusstseinstrübung: 112.

    Das Wichtigste in Kürze

    • DGE-Richtwert ab 65 Jahren: rund 1.310 ml über Getränke, rund 2.250 ml Gesamtwasser pro Tag.
    • Die „zwei Liter“-Regel ist für diese Altersgruppe zu hoch und verwechselt Trinkmenge mit Gesamtwasser.
    • Bei Herzschwäche oder Nierenerkrankung gilt die ärztlich verordnete Trinkmenge, nicht der Richtwert.
    • Neu aufgetretene Verwirrtheit gehört ärztlich abgeklärt.
    • Elektrolytpräparate sind kein Alltagsprodukt und gehören ärztlich entschieden.

    Geprüft und belegt

    Dieser Beitrag beruht auf den unten genannten Quellen. Stand der Prüfung: 28. August 2026. Bei geänderten Empfehlungen aktualisieren wir den Beitrag.

    1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Wasser. Link zur Quelle.
    2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Gesund und aktiv älter werden: Ernährung und Trinken im Alter. Link zur Quelle.
    3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Häufige Fragen zum Trinken. Link zur Quelle.

    Wie dieser Beitrag geprüft wurde. Alle Zahlen und Empfehlungen wurden am 28. August 2026 gegen die oben genannten Primärquellen geprüft, überwiegend die Referenzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Redaktionelle Quellenprüfung: Peter Wikiera für Gute Pflege Zu Hause. Eine ärztliche Fachprüfung hat nicht stattgefunden, und dieser Beitrag ist kein Ersatz für ärztlichen Rat. Für medizinische Entscheidungen wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

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